ANKOM-IT - Das Projekt
Auf www.love-it-plus.de wird über das regionale Entwicklungsprojekt „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ der TU Braunschweig und SZST Salzgitter Service und Technik GmbH, kurz ANKOM-IT (ANrechnung von KOMpetenzen aus der IT-Weiterbildung), berichtet.
Dieses Projekt ist eins von elf im Rahmen einer Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten regionalen Entwicklungsprojekten aus verschiedenen Berufsbereichen. Fachlich werden die Vorhaben durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet. Im IT-Sektor ist mit ProIT-Professionals ein Schwesterprojekt an der TU Darmstadt etabliert. Anwendungsgebiet des Projektes ist die APO-IT-Weiterbildung (insbes. Professionals).
- Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur Anrechnung der in den IT-Weiterbildungsmaßnahmen erworbenen Qualifikationen auf Studiengänge der TU Braunschweig, zunächst insbesondere der Ingenieurwissenschaften (u. a. Wirtschaftsinformatik).
- Wesentliche Aufgabe ist die Definition der Kompetenzen und die Bestimmung von Qualifikationsniveaus sowie die Zuordnung von Leistungspunkten in Anlehnung an das Europäische Creditpunkte-System (ECTS), das an der TU Braunschweig angewandt wird.
- Auf der Grundlage dieser Festlegungen sollen schließlich Äquivalenzen zwischen den Qualifikationen der beruflichen Weiterbildung und den Studienanforderungen festgestellt werden, um Kriterien für eine Anrechnung der Leistungspunkte auf Studiengänge zu entwickeln.
Die TU Braunschweig möchte mit diesem Projekt zur Umsetzung von bildungspolitischen Zielen beitragen, die bereits in den Bologna-Vereinbarungen der Europäischen Bildungsminister 1999 formuliert wurden. Die Hochschule befindet sich derzeit mitten im Prozess der Umsetzung der Bologna-Vereinbarungen. Der Schwerpunkt der Studienfächer der Universität liegt in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Alle Studiengänge sollen bis spätestens Ende 2007 in das konsekutive Bachelor-/ Master-Studiensystem umgestaltet werden. Die Studiengänge sind modularisiert, das Leistungspunktsystem ECTS ist bereits eingeführt.
Bis zu diesem Wintersemester 2005 sind bereits Bachelor- bzw. Masterstudiengänge in allen Naturwissenschaften, den Geistes- und Erziehungswissenschaften sowie Informatik und Mathematik gestartet. Es folgen derzeit die Ingenieurstudiengänge und Kombinationsstudiengänge (u.a. Wirtschaftsingenieurwesen), die für das Projekt von besonderem Interesse sind.
In Fortführung der derzeitigen Maßnahmen des Bologna-Prozesses strebt die TU Braunschweig durch das beschriebene Projekt an, das System der Akkumulierung und des Transfers von Leistungspunkten auszudehnen und den Ansatz des lebenslangen Lernens in Kooperation mit einem Träger der beruflichen Weiterbildung weiterzuverfolgen. Die SZST Salzgitter Service und Technik GmbH ist ein Unternehmer der Salzgitter Gruppe und erbringt für diese wesentliche Bildungsleistungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung. Die SZST betreut mit ihrem Dienstleistungsbereich Bildung, Training und Beratung Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen des beruflichen Weiterbildungssystems zur Qualifizierung von IT-Fachkräften.
Eine Schlüsselfunktion für die Realisierung des Gesamtkonzeptes hat die Bildung eines Netzwerkes der an der Projektinitiative sowie an der APO-IT-Weiterbildung beteiligten Akteure, die an der Umsetzung der spezifischen Fragestellungen mitwirken werden. Als Projektpartner betreut die SZST insbesondere den Kontakt zu den Vertretern der Weiterbildungspraxis und Prüfungsausschüsse, den Unternehmen und weiteren beteiligten Institutionen. Aufgabe der SZST ist somit die Koordinierung und Beratung der regionalen Akteure (u.a. IHK, Berufsbildungsausschuss) sowie überregionalen Akteure (IT-Sektorkomitee, Projekt ProIT, Arbeitnehmervertretung) des Kompetenznetzwerks. Weitere zentrale Aufgaben der SZST sind die Initiierung und Begleitung von Teilnehmern der APO-IT-Weiterbildung auf Professionalebene sowie die Bereitstellung und Pflege des Internetportals www.love-it-plus.de als Kommunikations- und Veröffentlichungsplattform.
Neben den Projektträgern BMBF und BIBB ist insbesondere der Austausch mit dem Wissenschaftlichen Begleitprojekt der HIS Hochschul-Informations-System GmbH und VDI/VDE Innovation + Technik GmbH sowie mit dem am gleichen Anwendungsgebiet arbeitenden Regionalen Entwicklungsprojekt ProIT Darmstadt angelaufen. Ein Fachbeirat wird als Expertengremium aus Mitgliedern der verschiedenen beteiligten Institutionen und Einrichtungen zuständig sein für die kritische Begleitung und Beratung des Projektes, die Mitgestaltung bei der Entwicklung eines Verfahrens zur Äquivalenzbewertung, Mitwirkung in der inhaltlichen und organisatorischen Planung und Bündelung der Kontakte zu den beteiligten Einrichtungen.
Als zentrale Ansprechpartner für Kooperationen im Rahmen der IT-Weiterbildung sind insbesondere das Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke (KIBNET), das IT-Sektorkomitee, der IT-Arbeitskreis (Unternehmen in der Region), die Industrie- und Handelskammern sowie Gewerkschaften zu nennen. Bezüglich der breiteren Anwendung und Übertragung der Projektergebnisse ist der Kontakt mit weiteren Hochschulen angebahnt worden.
Umsetzungsaspekte
An der TU Braunschweig wurde eine Vorauswahl der Studiengänge vorgenommen, die für eine Untersuchung auf Anrechnungsmöglichkeiten geeignet erscheinen. Dies sind die Bachelor- bzw. Masterstudiengänge Wirtschaftsinformatik, Kombinationsstudiengang Wirtschaftswissenschaften – Elektrotechnik, Informationssystemtechnik (E-Technik, Informatik). Es wird angestrebt, das Anrechnungsverfahren möglichst früh in die Qualitätssicherungs-maßnahmen der TU einzubinden, die als Hochschule für die Qualitätssicherung bei einem Anrechnungsverfahren verantwortlich ist. Hier sind Möglichkeiten der Einbindung in Evaluations- und Akkreditierungsverfahren angedacht.
Ein Anrechnungsverfahren sollte eingebettet werden in ein übergreifendes Konzept der Weiterbildung an der Hochschule und Graduiertenprogramme der Fächer. Langfristig werden übergreifende Programme zur Erleichterung des Einstiegs in verschiedene Stufen an der Hochschule angestrebt, die u.a. zeitlich angepasste Lehrangebote und als weiteren Baustein ein zu entwickelndes Anrechnungsverfahren beinhalten könnten.
Die Überprüfung der Durchführbarkeit des Verfahrens soll anhand von Fällen studieninteressierter TeilnehmerInnen von IT-Weiterbildungen (Professionals) durchgeführt werden. Diese Pilotmaßnahme startet im Januar 2006 mit der SZST als Bildungsdienstleister.

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