GlossarWissen Sie, was ein Lernprozessbegleiter oder das IT-Sektorkomitee ist? Im Glossar sind alle wichtigen Begriffe, die im Zusammenhang mit dem neuen IT-Weiterbildungssystem stehen, erklärt. A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 

AAkkreditierung Akkreditierung ist eine Maßnahme, durch die eine autorisierte Stelle (hier: die TGA mit dem IT-Sektorkomitee) die Kompetenz einer Zertifizierungsstelle formell anerkennt, dass diese Stelle in der Lage ist, die Zertifizierung von IT-Spezialisten nach den Bestimmungen der TGA ordnungsgemäß auszuführen. APOAbk. für arbeitsprozessorientierte Weiterbildung in der IT-Branche.
Mit dem Konzept der arbeitsprozessorientierten Weiterbildung (APO) wurde eine Methodik entwickelt, die Lernen und Arbeiten eng miteinander verbindet. Lernziele orientieren sich an dem Arbeitsprozess und der Kompetenzerwerb erfolgt integriert in den Arbeitsprozess. Gelernt wird in einem realen Projekt - dem so genannten Qualifizierungsprojekt. APO-Handreichungüberholte Bezeichnung für Referenzprofil. APO-PilotModerne Lerntechnologien sollen die Durchführung der APO-Weiterbildung im Unternehmen unterstützen. Insbesondere werden der Teilnehmer in seinem Lernprozess sowie der Lernprozessbegleiter und der Fachberater in ihrem Begleitprozess unterstützt.
Das Fraunhofer ISST hat den "APO-Pilot" als neues Werkzeug zum Ler-nen am Arbeitsplatz entwickelt. Da in der arbeitsprozessorientierten Weiterbildung reale Arbeitsabläufe und dort auftretende spezielle Aufgaben-stellungen Anlass für Lernprozesse sind, orientierte sich die Entwicklung des "APO-Pilots" an solchen Prozessen. Es werden Informations-, Koo-perations-, und Interaktionsangebote an ein Interface gebunden, das die Referenzprozesse abbildet. AusbildereignungDas Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass nur derjenige Auszubildende ausbilden darf, der dazu persönlich und fachlich geeignet ist. Dies ist in der Regel durch eine Prüfung nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) nachzuweisen. In der IT-Weiterbildung kann dieser Nachweis ganz oder teilweise durch das Ablegen der Prüfung zum operativen IT-Professional erfolgen (siehe IT-Fortbildungsverordnung § 21) BBachelorMit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes von 1998 wurde der angelsächsische Studienabschluss Bachelor auch in Deutschland eingeführt. Der Bachelor ist ein akademischer Grad, der nach Absolvierung eines Grundstudiengangs an Universitäten, Fachhochschulen und anderen Hochschulen nach einer Regelstudienzeit von mindestens drei und höchstens vier Jahren erworben werden kann und zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt. In einem weiterführenden Studiengang von ein bis zwei Jahren kann der nächst höhere Grad des Master erreicht werden. In den USA und Großbritannien führt das Grundstudium in den meisten geisteswissenschaftlichen Fächern zum Bachelor of Arts (BA) und in naturwissenschaftlichen Fächern zum Bachelor of Science (BSc, ScB, BS). Siehe auch Hochschulverzahnung der IT-Weiterbildung. BITKOMBundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. ( www.bitkom.org )
BITKOM ist Deutschlands bedeutendster Bundesverband für Unternehmen der Informationswirtschaft, der Telekommunikation und der neuen Medien. BITKOM vertritt 1.300 Unternehmen, davon gut 700 als Direktmitglieder. Hierzu zählen Produzenten von Endgeräten und Infrastruktursystemen sowie Anbieter von Software, Dienstleistungen, neuen Medien und Content. Mehr als 600 Direktmitglieder gehören dem Mittelstand an. Hiermit ist der BITKOM auch im europäischen Vergleich der Branchenverband Nummer Eins. BMBFBundesministerium für Bildung und Forschung ( www.bmbf.de )
Dieses Ministerium ist u. a. zuständig für Regelungen in der beruflichen Bildung (z. B. Berufsbildungsgesetz, BBiG) und für Hochschulen (z. B. Hochschulrahmengesetz). Aufgrund des BBiG § 46 (2) hat das BMBF die IT-Fortbildungsverordnung erlassen. CCert-ITCert-IT ist der Name einer IT-Zertifizierungsstelle ( www.cert-it.org ).
Cert-IT wurde am 06.12.2002 in Berlin von den IT-Sozialpartnern gegründet: dem Bundesverband Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), der Industriegewerkschaft Metall und der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft und der Gesellschaft für Informatik.
Cert-IT wird nach seiner Akkreditierung die Zertifizierung von IT-Spezialisten vornehmen. Coachsiehe: Lernprozessbegleiter Credit PointsCredit Points sind Leistungspunkte und werden auch ECTS-Punkte genannt. Sie beschreiben den angenommenen Arbeitsaufwand von Studierenden. Dabei entspricht ein Leistungspunkt 30 Arbeitsstunden.
Beispiel Bachelor-Studium: Es ist so angelegt, dass Studierende bei einem Arbeitsvolumen von 40 Stunden pro Woche und 45 Arbeitswochen im Jahr das Studium in der Regelstudienzeit abschließen können.
Die früher üblichen Berechnungen für den Zeitaufwand im Studium bezogen sich auf die Anwesenheitszeit in Lehrveranstaltungen. Die Arbeitsbelastungen durch die Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen, der Zeitaufwand für Leistungsnachweise und die Vorbereitung auf Prüfungen wurden nicht berücksichtigt. Für eine Lehrveranstaltung von 2 Stunden pro Woche bei einer Vor- und Nachbereitungszeit von 30 Minuten wurde die gleiche Zeit angerechnet wie für eine Lehrveranstaltung von 2 Stunden pro Woche bei einer Vor- und Nachbereitungszeit von 5 Stunden. Credit Points beziehen also den Arbeitsaufwand ein.
Die Hochschulverzahnung der IT-Weiterbildung soll über Credit Points erreicht werden.
Synonyme: Leistungspunkte, ECTS-Punkte DDARDer Deutsche Akkreditierungsrat (DAR) ist eine Arbeitsgemeinschaft des Bundes, der Länder und der deutschen Wirtschaft. Er besteht seit 1991 und hat folgende Aufgaben:
- Koordinierung der in Deutschland erfolgenden Tätigkeiten auf dem Gebiet der Akkreditierung und Anerkennung von Prüflaboratorien, Kalibrierlaboratorien, Zertifizierungs- und Überwachungsstellen,
- Führen eines zentrales deutsches Akkreditierungs- und Anerkennungsregister,
- Wahrnehmung der deutschen Interessen in nationalen, europäischen und internationalen Einrichtungen, die sich mit allgemeinen Fragen der Akkreditierung und Anerkennung beschäftigen.
Die TGA ist Mitglied im DAR. DIN EN 45013Norm über " Allgemeine Kriterien für Stellen, die Personal zertifizieren"
Diese europäische Norm wurde aufgrund eines Mandats der Kommission der europäischen Gemeinschaften und der europäischen Freihandelszone durch eine Arbeitsgruppe für Zertifizierung ausgearbeitet und am 23. Juni 1989 angenommen und ratifiziert.
Die Normkriterien gelten für Zertifizierungsstellen, die Systeme zur Zertifizierung von Personal betreiben und durch Begutachtung und wiederkehrende Überwachung bestätigen, dass das Personal kompetent ist, die angegebenen Dienste zu leisten. Die Bestätigung durch die Zertifizierungsstelle erfolgt in Form eines Kompetenzzertifikates und wird in einem Verzeichnis für kompetentes Personal veröffentlicht.
"Die Harmonisierung von Prüfungen und Zertifizierungen kann die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung schaffen und den Handel zwischen den Ländern erleichtern" schreibt die Norm in ihrer Einleitung.
Die Norm ist Grundlage der Personalzertifizierung von IT-Spezialisten. Sie soll künftig durch die internationale Norm ISO/IEC 17024 "Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren" ersetzt werden. DLGIDie DLGI mbH - Dienstleistungsgesellschaft für Informatik - ist eine Zertifizierungsstelle mit Sitz in Bonn.
Die DLGI ist Mitglied in führenden nationalen und internationalen Verbänden und Gremien wie: Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) und Gesellschaft für Informatik, Max Planck Gesellschaft und e-learning Industry Group. DokumentationIT-Spezialisten:
Über die Bearbeitung seines Transferprojekts fertigt der Kandidat eine Dokumentation an. Dabei geht es weniger um die fachlichen Inhalte sondern um,
Die Dokumentation ist bei der IT-Spezialistenqualifizierung die wichtigste Unterlage für die Zertifizierung, Einzelheiten sind deshalb der Prüfungsordnung des Normativen Dokuments zu entnehmen. Die Zertifizierungsstelle stellt Vorlagen und Muster bereit, der Lernprozessbegleiter berät bei der Anfertigung.
IT-Professionals:
Auch für die IT-Professionalprüfung ist ein betriebliches Projekt zu dokumentieren. Damit soll der Prüfungsteilnehmer nachweisen, dass ein betriebliches Projekt aus dem profilspezifischen IT-Prozess planen, durchführen und dokumentieren kann. Es ist später Grundlage für ein Fachgespräch und ihre Bewertung geht mit einem Gewicht von 50 % in die Gesamtnote ein. Einzelheiten stehen in der IT-Fortbildungsverordnung. EECTS-Punktesiehe: Credit Points FFachgesprächSowohl bei der Zertifizierung der IT-Spezialisten als auch bei der IHK-Prüfung der IT-Professionals findet auf Grund der Dokumentation ein Fachgespräch statt. Ziel der Fachgespräche ist es u. a., zu erkennen, ob der Teilnehmer die bearbeiteten Prozesse analysiert und reflektiert hat und somit nachweist, dass er in der Lage ist auch ähnliche Prozesse selbstständig und kompetent zu bearbeiten. Fachlicher BeraterDer fachliche Berater in der IT-Spezialistenqualifizierung gibt dem Kandidaten Hilfestellung bei der Projektauswahl. Er unterstützt ihn bei Fachfragen und bei der Lösungsfindung, achtet aber darauf, dass der Kandidat die Lösungen auf Grund von Informationsquellen und Lernmaterialien selbst findet. Der fachliche Berater sollte aus dem Arbeitsumfeld des Kandidaten gewählt werden. Er kooperiert mit dem Lernprozessbegleiter bei der Begleitung der Projektdurchführung.
Einzelheiten siehe Ziffer 8.2 des Normativen Dokuments. Bei der IT-Professionalqualifizierung nach APO ist die Rolle sinngemäß auszufüllen. FallstudieBei der Prüfung der strategischen IT-Professionals ist eine Fallstudie (Business Case) aus einem strategischen Prozess zu bearbeiten und zu dokumentieren. Die Dokumentation ist Grundlage des Fachgesprächs und ihre Bewertung geht mit einem Gewicht von 50 % in die Gesamtnote ein. Einzelheiten stehen in der IT-Fortbildungsverordnung. Fraunhofer ISSTFraunhofer Institut Software- und Systemtechnik, Berlin ( www.apo-it.de ).
Das Fraunhofer ISST hat im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projekts gemeinsam mit Industriepartnern das IT-Qualifizierungskonzept APO und die Referenzprofile entwickelt. Projektleiter ist Dr. Jörg Caumanns.
Synonyme: ISST HHochschulverzahnungDie Verzahnung der IT-Weiterbildungsabschlüsse mit Hochschulabschlüssen ist ein erklärtes Ziel der Sozialpartner bei der Entwicklung des Systems. Es wird angestrebt diese Verzahnung über Credit Points zu erreichen. Dabei soll der operative IT-Professional mit dem Bachelor-Abschluss und der strategische IT-Professional mit dem Master-Abschluss verzahnt werden.
Die IT-Weiterbildung greift damit erstmals ein Ziel der so genannten "Bologna-Erklärung" von 1999/2001 auf, in der die Fachminister 30 europäischer Staaten u. a. für die Einführung eines Leistungspunktesystems und für den Ausbau des lebenslangen Lernens als Bestandteil des europäischen Hochschulraums beschlossen haben. IISO/IEC 17024Die internationale Norm "Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren (ISO/IEC FDIS 17024:2002)" soll künftig die Euronorm DIN EN 45013 "Allgemeine Kriterien für Stellen, die Personal zertifizieren" ablösen und die Personalzertifizierung weiter internationalisieren. ISSTsiehe: Fraunhofer ISST IT-Fortbildungsverordnung"Verordnung über die berufliche Fortbildung in der Informations- und Telekommunikationstechnik" vom 03.05.2002, Bundesgesetzblatt I Seite 1547. Geringfügig geändert durch Artikel 4 der "Verordnung zur Änderung und Aufhebung von Fortbildungsprüfungsordnungen" vom 29.07.2002, BGBl I, Seite 2904.
Diese IT-Fortbildungsverordnung ist die rechtliche Grundlage für das IT-Weiterbildungssystem und seiner (gem. BBiG § 46 Absatz 2) bundesweit einheitlichen Abschlüsse (operative und strategische Professionals).
Anmerkung:
Das Regelwerk der Specialists ist das "Normative Dokument" des IT-Sektorkomitees. IT-ProfessionalsDie IT-Professionals finden sich in den beiden oberen Ebenen des dreistufigen IT-Weiterbildungssystems wieder.Siehe dazu:
Synonyme: Professionals IT-SektorkomiteeDas Sektorkomitee ist ein der Trägergesellschaft für Akkreditierung (TGA) zugeordnetes Gremium von IT-Fachleuten. Es ist verantwortlich für die inhaltliche Prüfung von Zertifizierungsstellen, die die Personalzertifizierung im IT-Bereich vornehmen. IT-Spezialistsiehe: Specialists IT-Zertifizierungsstellesiehe: Zertifizierungsstelle KKandidatKandidat ist diejenige Person, deren Antrag auf Zertifizierung als IT-Spezialist von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle angenommen worden ist. Er muss die im Normativen Dokument festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Der Kandidat nimmt an einem Zertifizierungsprozess teil in dem er seine Kompetenz nachweist. KompetenzKompetenz im Sinne der IT-Personalzertifizierung ist die dargelegte Fähigkeit, das in den Referenzprozessen beschriebene Wissen und die persönlichen Eigenschaften, anzuwenden. LLeistungspunktesiehe: Credit Points LernprozessbegleiterDer Lernprozessbegleiter (LPB) ist eine in der IT-Spezialistenweiterbildung dem Kandidaten festzugeordnete Person, die ihn durch den Qualifizierungsprozess begleitet. Er kooperiert mit dem fachlichen Berater und unterstützt ihn bei der Auswahl von Qualifizierungsprojekten. Er berät den Kandidaten hinsichtlich des Qualifizierungs- und Zertifizierungsprozesses, der zeitlichen Gliederung, der Lernschritte und der Dokumentation. Dazu führt er Reflexionsgespräche mit dem Kandidaten und unterstützt ihn bei Schwierigkeiten.
Einzelheiten siehe Ziffer 8.1 des Normativen Dokuments. Für die IT-Professionalqualifizierung nach APO ist diese Rolle sinngemäß auszufüllen.
Synonyme: LPB LPBsiehe: Lernprozessbegleiter MMarkierungspunkteIm Bündnis für Arbeit haben die Sozialpartner beschlossen, ein Weiterbildungskonzept für die IT-Berufe zu erstellen. Dies führte Ende 1999 zur Unterzeichnung von "Markierungspunkten", die die Ziele eines innovativen Weiterbildungskonzepts und ihre grobe Struktur darstellen. In diesen Markierungspunkten waren bereits alle wesentlichen Kennzeichen des Systems verabredet worden. Auf Grund der Markierungspunkte beauftragte das BMBF das Bundesinstitut für Berufsbildung ein Neuordnungsverfahren zur Erarbeitung einer IT-Weiterbildungsordnung einzuleiten, Das Ergebnis ist die IT-Fortbildungsverordnung und die Vereinbarung über die Spezialistenprofile. MasterStudienabschluss, der traditionell v.a. an amerikanischen und britischen Universitäten in den Naturwissenschaften als Master of Science (in Großbritannien MSc, in den USA MS), in den Geisteswissenschaften als Master of Arts (MA) und im Wirtschaftsbereich als Master of Business Administration (MBA) erworben werden kann. In der Regel geht dem Masterstudiengang ein Bachelor-Abschluss voraus. Mit seiner Gesamtstudienzeit von fünf bis sechs Jahren entspricht der Master in etwa dem deutschen Magister. Durch die Novellierung des Hochschulrahmengesetzes von 1998 kann auch an deutschen Fachhochschulen und Universitäten der Master-Abschluss erworben werden.
Siehe auch Hochschulverzahnung. NNormatives DokumentDas Normative Dokument regelt die Zertifizierung von IT-Spezialisten gemäß der "Vereinbarung über die Spezialisten-Profile im Rahmen des Verfahrens zur Ordnung der IT-Weiterbildung" vom 14.02.2002, veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 105a vom 12.06.2002 (Beschreibung der Berufsrollen). Es wurde durch die Mitglieder des IT-Sektorkomitees erarbeitet und am 08.10.2002 erstmals durch den Hauptausschuss der TGA genehmigt.
Es beschreibt die Anforderungen an den Kandidaten, die zertifizierte Person, den TGA-Fachbegutachter, den Prüfer und an die Zertifizierungsstellen. Ferner enthält es die Prüfungsordnung.
Download des Normativen Dokuments unter: http://it-sektorkomitee.de/download/Normatives%20Dokument_Version%202.pdf OOperative IT-ProfessionalsDie Abschlüsse zum operativen IT-Professional sind die mittlere des 3-stufigen Weiterbildungssystems. Es gibt 4 Profile:
Cert. IT Systems Manager, erstellen technisch optimale, marktgerechte Lösungen mit Personal- und eingeschränkter Budgetverantwortung.
Cert. IT Business Manager, koordinieren, steuern und unterstützen Projekte und Prozesse zur Absicherung der jeweiligen Projekt- und Prozessziele.
Cert. IT Business Consultant, beraten und unterstützen Auftraggeber bei der Erarbeitung und Umsetzung von Problemstellungen mit IT-Lösungen, um die Entwicklungspotenziale sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.
Cert. IT Marketing Manager koordinieren und kontrollieren den kaufmännischen Bereich der Firma auf operativer Ebene mit Personal- und Budgetverantwortung.
Kennzeichen gegenüber den IT-Spezialisten ist die größere Qualifikationsbreite und höhere Verantwortungsstufe im Prozess. PPersonalzertifizierungDer Lernerfolg wird in der IT-Weiterbildung von den IT-Professionals herkömmlich durch eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer nachgewiesen. Sie erhalten ein unbefristetes Zeugnis. Die IT-Spezialisten dagegen weisen den Erfolg während eines Personalzertifizierungsprozesses gem. DIN EN 45013 bzw. ISO/IEC 17024 nach und erhalten ein befristetes Zertifikat. Die Personalzertifizierung ist ein privatrechtliches Verfahren mit internationaler Akzeptanz. Personalzertifizierungsstellesiehe: Zertifizierungsstelle Professionals siehe: IT-Professionals ProjektskizzeDer Kandidat schlägt ein Projekt (Transferprojekt) aus seinem Arbeitsumfeld vor und beschreibt das Projekt in einer Projektskizze. Diese muss zusammen mit dem Zertifizierungsantrag bei einer Zertifizierungsstelle eingereicht werden. Dort wird geprüft, ob das Projekt alle im entsprechenden Referenzprofil beschriebenen Prozesse abbildet und die Tätigkeiten in Punkto Breite und Tiefe einem Spezialisten entsprechen.
Jede Zertifizierungsstelle bietet eine Projektskizze als Formular an. ProjekttagebuchDie Kandidaten dokumentieren die Bearbeitung eines betrieblichen Projekts für die Zertifizierung. Um alle relevanten Vorkommnisse für diese Dokumentation festzuhalten und zu reflektieren, wird den Kandidaten empfohlen, ein während des Prozesses ein Projekttagebuch zu schreiben. Diese Tagebuchnotizen können auch noch später eine hilfreiche Arbeitsunterlage sein. Prozesskompasssiehe: Transfernachweis PrüfungsausschussWährend bei der Zertifizierung ein einzelner neutraler Prüfer die Kompetenzprüfung vornimmt handelt bei der IHK-Prüfung der IT-Professionals ein paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzter Prüfungsausschuss. Der Prüfungsausschuss handelt auf Grund der bestehenden Prüfungsregelungen und ist nicht an Weisungen gebunden. PrüfungsordnungDie Prüfungsordnung für die IT-Spezialisten findet sich im Normativen Dokument. Weitere Einzelheiten regeln die Zertifizierungsstellen für ihren Bereich. Für die IT-Professionals ist die IT-Fortbildungsverordnung die Prüfungsordnung. QQualifikationQualifikation im Sinne der Personalzertifizierung ist die Darlegung der persönlichen Attribute, Ausbildung, Schulung und/oder Arbeitserfahrung. Die Darlegung kann durch Zeugnisse und Zertifikate erfolgen. Qualifizierungsprojektauch Transferprojekt. Im Rahmen der APO-Qualifizierung bearbeitet der Teilnehmer ein reales betriebliches Projekt an seinem Arbeitsplatz. Dieses Projekt muss alle Teilprozesse des Referenzprozesses abdecken. Weil dadurch der Referenzprozess in den Betrieb transferiert wird, heißt das reale Projekt Transferprojekt. Wenn der Referenzprozess nicht durch ein einzelnes Projekt abgedeckt werden kann, können auch mehrere Transferprojekte bearbeitet werden. Bei der Spezialistenzertifizierung ist die Transferprojektbearbeitung und ihre Dokumentation die Grundlage der Prüfung, d.h., der Teilnehmer muss durch die Bearbeitung seine Kompetenz nachweisen. Bei der Professionalprüfung ist die Projektbearbeitung der Prüfungsteil "Betriebliche Prozesse" und hat das höchste Gewicht.
Synonyme: Transferprojekt QualifizierungsvereinbarungDie Qualifizierungsvereinbarung wird zwischen dem Kandidaten und seinem Lernprozessbegleiter schriftlich abgeschlossen. Ihr geht ein Gespräch zwischen dem Kandidaten und dem Lernprozessbegleiter voraus, in dem das Qualifizierungsprojekt anhand des Referenzprojekts logisch strukturiert wird. Die wichtigsten Projektabschnitte werden schriftlich durch Meilensteine fixiert. Die zu erwartenden Lernanlässe und Herausforderungen (Schlüsselsituationen) werden diesen Projektabschnitten zugeordnet. Außerdem werden hier nach jedem Meilenstein und somit auch nach den Lernherausforderungen die Reflexionsgespräche vereinbart.
Die Qualifizierungsvereinbarung soll den Kandidaten dazu anregen, sich bereits vorab intensiv mit seiner Arbeit und seinen Wissensdefiziten auseinander zu setzen und den zeitlichen Rahmen seiner Arbeit festzulegen. Durch die nachträgliche Reflexion über einzelne Prozessschritte sowie Arbeits- und Lernfortschritte gewinnt der Lernende an Erfahrung (Reflexionsgespräche). In diesem Sinne ist die Qualifizierungsvereinbarung eine Zielvereinbarung und somit als Coaching-Instrument zu betrachten. Sie wird ggf. im Laufe der Projektbearbeitung aktualisiert. RReferenzprofilEines von 35 Dokumenten, welches zu jedem IT-Weiterbildungsprofil den Referenzprozess mit Erläuterungen enthält. Die Referenzprofile werden vom Fraunhofer ISST nach und nach herausgegeben und stehen auf deren Internetseiten bereit: www.apo-it.de ReferenzprozessDie Referenzprozesse sind das Curriculum in der IT-Weiterbildung. Die Teilnehmer haben die Kompetenz nachzuweisen, einen solchen Prozess zu beherrschen.
Die Referenzprozesse wurden vom Fraunhofer ISST entwickelt in dem betriebliche Projekte und ihre Prozesse aus IT-Unternehmen analysiert und abstrahiert wurden. Diese idealtypischen Referenzprozesse eines jeden IT-Weiterbildungsprofils sind somit auch auf andere Unternehmen der Branche übertragbar und können dort nachvollzogen werden.
Die Veröffentlichung erfolgt als Referenzprofil. ReflexionsgesprächDie Reflexionsgespräche sind ein Element von APO.
Für die Spezialistenzertifizierung sind sie verbindlich vorgeschrieben. Sie finden regelmäßig (mindestens quartalsweise) zwischen dem Kandidaten und seinem Lernprozessbegleiter statt.
Mit der Qualifizierungsvereinbarung wird der Teilnehmer angeregt, vorausschauend intensiv über seine Arbeit nachzudenken. Aber erst durch eine nachträgliche Reflexion über einzelne Prozessschritte sowie Arbeits- und Lernschritte führt zu einem echten Erfahrungsgewinn. Lernen durch Reflektieren ist ein wichtiger APO-Grundsatz. RezertifizierungDie Gültigkeit des IT-Spezialistenzertifikats beträgt fünf Jahre. Danach ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Verlängerung bei einer Zertifizierungsstelle möglich. Die Einzelheiten sind im Normativen Dokument festgelegt. SSchlüsselsituationenSchlüsselsituationen sind besonders lernintensive Situationen. Es sind z.B. Entscheidungs- oder Problemlösungsfälle. Auch negative Erlebnisse (Konflikte, Engpässe, Zielwidersprüche, Wissensdefizite oder persönliche Fehler) ergeben einen hohen Erfahrungszuwachs.
Die Schlüsselsituationen sind für die Zertifizierung zu dokumentieren, mit dem Lernprozessbegleiter zu diskutieren und werden evtl. beim Fachgespräch der Zertifizierung hinterfragt. SGB III-MaßnahmeIm Sozialgesetzbuch III (SGB III) ist die finanzielle Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslose mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt geregelt.
Da die IT-Weiterbildung arbeitsprozessintegriert durchgeführt wird, ergeben sich für Arbeitslose Schwierigkeiten einer Teilnahme. Deshalb wurde außerhalb des Normativen Dokuments abweichend von APO, dass nicht alle, aber mindestens 25% der Prozessschritte in betrieblichen Projekten bearbeitet sein müssen. Somit erhalten Bildungsanbieter die Möglichkeit, Arbeitslose zunächst auch außerbetrieblich an Projekten zu qualifizieren und den anderen Teil im Betrieb zu vermitteln. SpecialistsDie Spezialistenebene ist die erste Weiterbildungsebene für IT-Fachkräfte. In dieser Ebene gibt es 29 Profile in 6 Clustern.
Die Qualifizierung zum IT-Spezialisten wird durch ein privatrechtliches TGA-Zertifikat von einer Zertifizierungsstelle bescheinigt.
Synonyme: IT-Spezialist Strategische IT-ProfessionalsIT-Berufsgruppenbezeichnung im IT-Weiterbildungssystem für die höchste Qualifizierungsebene. Strategische Professionals arbeiten auf hoher Verantwortungsebene. Sie entscheiden über die Unternehmensstrategien, klären Finanzfragen und pflegen nationale und internationale Firmenkontakte im Hinblick auf den Ausbau der Entwicklungspotenziale und die Wettbewerbsfähigkeit. Sie entscheiden auch die gesamtbetriebliche Personalplanung.
Zu dieser Gruppe gehören 2 Profile:
IT System Engineers koordinieren den technischen Bereich auf strategischer Ebene und haben daher vor allem die aktuellen technischen Entwicklungen der gesamten Branche im Blick.
IT Business Engineers beobachten und steuern die geschäfts- und branchenpolitischen Entwick-lungen und leiten den kaufmännischen Bereich des Unternehmens. TTGATrägergemeinschaft für Akkreditierung GmbH
Die TGA ist Mitglied im DAR und ist für Akkreditierungen im gesetzlich nicht geregelten Bereich u.a. für Personalzertifizierungsstellen zuständig. TGA-FachbegutachterTGA-Fachbegutachter sind Personen, die bei der Begutachtung (Geschäftsstellenaudit, Witness-Prüfung) für die fachliche Einhaltung des Regelwerkes der TGA verantwortlich sind. Von dem Urteil der Fachbegutachter hängt also die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen ab. TransfernachweisDer Transfernachweis (auch Prozesskompass genannt) ist ein wichtiger Teil der Dokumentation des Kandidaten, zu der die Zertifizierungsstelle eine Vorlage bereithält. Es sind darin die selbst durchgeführten Handlungen in einem Teilprozess/Schwerpunkt nachvollziehbar zu beschreiben. Zu jedem Teilprozess/Schwerpunkt werden die konkreten Tätigkeiten im Qualifizierungsprojekt dargestellt. Dabei soll kenntlich werden, welche Tätigkeiten der Kandidat selbst durchgeführt hat (vor allem, wenn es sich um Arbeiten im Team handelt).
Der Transfernachweis dient in der Zertifizierungsprüfung dem Nachweis, dass auch wirklich alle Teile des Referenzprozesses in ausreichender Tiefe bearbeitet wurden. Deshalb ist er mit Unterschriften des fachlichen Beraters zu versehen. Transferprojektsiehe: Qualifizierungsprojekt VVereinbarung über die SpezialistenprofileDie 29 Spezialistenprofile sind die erste Qualifizierungsebene im IT-Weiterbildungssystem. Sie wurden von einem Fachbeirat des Bundesinstituts für Berufsbildung erarbeitet und in einer Vereinbarung der Sozialpartner vom 14.02.2002 festgelegt. Die Vereinbarungspartner haben darin vorgesehen, mindestens einmal jährlich die Profile auf ihre Aktualität hin zu überprüfen. Diese Vereinbarung wurde im Bundesanzeiger 105a vom 12.06.2002 zusammen mit der IT-Fortbildungsverordnung veröffentlicht. ZZertifikatDie Zertifizierungsstelle muss allen zertifizierten Personen ein Zertifikat in Form eines Briefes, Karte oder eines anderen Mediums ausstellen. Es muss von dem verantwortlichen Mitarbeiter der Zertifizierungsstelle unterschrieben oder autorisiert sein und muss u. a. das Gültigkeits- und Auslaufdatum der Zertifizierung enthalten. Die Gültigkeitsdauer beträgt 3 Jahre, danach kann eine Rezertifizierung erfolgen.
Die Zertifizierungsstelle muss die missbräuchliche Verwendung von Zertifikaten verhindern und vom Kandidaten eine Erklärung darüber einholen, dass er mit den Zertifizierungsbedingungen einverstanden ist. ZertifizierungsstelleDie Zertifizierungsstellen sind Einrichtungen zur Zertifizierung von Kandidaten der IT-Weiterbildung. Sie müssen so strukturiert sein, dass die interessierten Kreise Vertrauen in ihre Kompetenz, Unparteilichkeit und Integrität haben können. Alleiniger Geschäftszweck darf nur die Zertifizierung sein.
Es dürfen für die IT-Weiterbildung nur solche Zertifizierungsstellen tätig werden, die beim IT-Sektorkomitee akkreditiert sind, zurzeit sind
akkreditiert.
Weiterhin ist
als Antragsteller für eine Akkreditierung bekannt.
Synonyme: Personalzertifizierungsstelle, IT-Zertifizierungsstelle
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